Das Schnurren

Schon am Sonntagabend, aber besonders am Montagabend treffen sich die Meßkircher in den Gaststätten. Kleine Gruppen oder auch Einzelnarren ziehen von Lokal zu Lokal und „Schnurren“ mit den Gästen. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. In verschiedenster Verkleidung werden das lokale Geschehen des Jahres, die Geschicke und Missgeschicke der öffentlichen Personen aber auch die Geschehen der großen Politik ins Visier genommen und in Liedern, Parodien, Schauspielen närrisch verfremdet vorgetragen. Eine weitere Form des Schnurrens - das verdeckte Schnurren, bei dem der Schnurrer so verkleidet und verstellt auftritt, dass er nicht erkannt werden kann - kümmert sich um den Einzelnen. Der Schnurrer setzt sich zum Gast, hält ihm im übertragenen Sinn den Spiegel vor, macht sich über seine Eitelkeiten lustig, all dies sehr zum Amüsement der Tischnachbarn. So lange, bis sie selbst Opfer der spitzen Worte werden. Diese Form des Schnurrens droht aber in den vergangenen Jahren mehr und mehr zurück zu gehen, da dies viel Fingerspitzengefühl und vor allem ein Kennen der Gäste und deren Eigenarten voraussetzt.